Symbolische Aktion als Protest gegen Straßenbau in Mosbach / TA vom 14.01.2015

Geschrieben von Vorstand gegen B88
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Mosbach (Wartburgkreis). Sanierung der Schulen im Wartburgkreis, bessere Wander- und Gehwege, Ausbau der Beleuchtung, neue Küchen für Kitas - mit einer Million Euro ließe sich manches bewegen.

Was gar mit 200 Millionen möglich wäre, will der Bürgerverein Mosbach mit einer Aktion zeigen, die er auf seiner Internetseite startete.
200 Millionen soll die geplante Verlegung der Bundesstraße 19 zwischen Etterwinden und Eisenach kosten. Der Bürgerverein, der sich gegen diesen Plan ausspricht, wolle zeigen, wie das Geld sinnvoller verwendet werden kann. Bis zum Juli können Interessierte ihre 200 Ideen dazu einsenden. "Der Andrang ist groß. Für die nächsten eineinhalb Monate haben wir schon einen Vorrat", sagt der Vorsitzende Enrico Gruhl.
Aber ist die "Wünsch Dir was"-Aktion nicht populistisch? Das Geld steht für den Straßenbau und eben nicht für andere Zwecke zur Verfügung. Gaukelt sie etwas vor, was in Wahrheit nicht realistisch ist? Auch in Erfurt gab es eine solche Scheindebatte um das Geld für den Stadionumbau, das aber ebenso zweckgebunden war.
Stiftung Thüringer Schlösser ist nun Partner

Enrico Gruhl weist das zurück. Es gehe darum zu zeigen, welch gigantische Summe für die Straße nötig sei. Sicher könne man nicht "Äpfel mit Birnen vergleichen, aber man könnte mit dem Geld ja auch zehn Ortsumfahrungen wie die geplante in Etterwinden bauen". Oder etwa in Behringen oder Witzelroda. Nicht zuletzt könne das Geld per Umverteilung genauso viel für die Attraktivität des Kreises bringen wie die B 19, deren Befürworter darauf verweisen, dass die Straße für den Wirtschafts-Standort wichtig sei.
Gruhl freut sich auch darüber, dass die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten nun offizieller Partner des Vereins ist. Sie ist Besitzer von Schloss Wilhelmsthal, das von der Verlegung mit am stärksten betroffen wäre. "Langsam formiert sich Widerstand", so Gruhl, der sich auch von der neuen Landesregierung ein Umdenken erhofft.
Klaus Wuggazer / 14.01.15 / TA